Schützenfest, Abiparty, Silvester: Fast jeder war schon einmal in der Situation, in der jemand deutlich zu viel getrunken hat. Die Standardreaktion – hinlegen und ausschlafen lassen – ist genau die, die gefährlich werden kann.
Was Alkohol im Körper macht
Alkohol dämpft das zentrale Nervensystem. In hoher Dosis betrifft das auch das Atemzentrum und die Schutzreflexe. Zwei Dinge werden dadurch lebensgefährlich: Die Atmung kann flach werden oder aussetzen, und der Würgereflex fällt aus. Wer im Rausch auf dem Rücken liegt und erbricht, kann daran ersticken.
Ein stark betrunkener Mensch, der schläft, ist nicht müde – er ist unter Umständen bewusstlos. Wer nicht mehr auf Ansprache oder Rütteln reagiert, ist ein Notfall und kein Partygast, den man zudecken kann.
Alarmzeichen
- Nicht ansprechbar oder nur mit starken Reizen kurz erweckbar
- Langsame, flache oder unregelmäßige Atmung
- Kalte, blasse oder bläuliche Haut
- Erbrechen im Liegen
- Krampfanfall
- Unterkühlung – Alkohol erweitert die Gefäße, der Körper kühlt schneller aus als er es merkt
Was zu tun ist
Kein Erbrechen auslösen – bei eingeschränktem Bewusstsein droht Ersticken. Kein Kaffee, das macht wach wirkende, aber weiterhin fahruntüchtige Menschen. Keine kalte Dusche – sie verstärkt die Unterkühlung. Und kein weiterer Alkohol, auch nicht als vermeintliches Gegenmittel.
Besonders gefährdet: Jugendliche
Bei Jugendlichen wirkt dieselbe Menge Alkohol deutlich stärker, das Körpergewicht ist geringer und die Erfahrung fehlt. Dazu kommt der soziale Druck bei Trinkspielen, bei denen in kurzer Zeit große Mengen fließen. Ein wichtiger Punkt für alle, die zusehen: Die Angst vor Ärger mit Eltern oder Polizei hält Freunde oft davon ab, den Notruf zu wählen. Das ist die falsche Abwägung – niemand wird für einen Notruf belangt, und unterlassene Hilfeleistung ist umgekehrt strafbar.
Der Satz für den Ernstfall
Falsch ist im Kern nur, gar nichts zu tun. Wer unsicher ist, ob es „schon so weit" ist, ruft an und beschreibt, was er sieht – die Leitstelle entscheidet. Lieber einmal zu früh als einmal zu spät.