Ein Bruch ist eine der Verletzungen, bei denen Ersthelfer am meisten falsch machen können – nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus dem Wunsch zu helfen. Der Impuls, einen schief stehenden Arm „wieder geradezumachen", ist verständlich und trotzdem der größte Fehler.
Woran du einen Bruch erkennst
Sichere Zeichen sind eine sichtbare Fehlstellung, abnorme Beweglichkeit und sichtbare Knochenenden bei offenen Brüchen. Unsichere Zeichen – Schmerz, Schwellung, Bluterguss, eingeschränkte Beweglichkeit – können genauso zu einer Prellung oder Verstauchung gehören. Für die Erste Hilfe ist die Unterscheidung zweitrangig: Im Zweifel wird behandelt wie ein Bruch.
Zwischen den Bruchenden liegen Nerven, Gefäße und Muskeln. Wer zieht oder dreht, kann sie verletzen und aus einem geschlossenen Bruch einen komplizierten machen. Ruhigstellen heißt: in der vorgefundenen Position belassen.
Was zu tun ist
Der Sonderfall Wirbelsäule
Bei Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung – Sturz aus Höhe, Kopfsprung, Verkehrsunfall, Schmerzen im Rücken oder Nacken, Taubheitsgefühle – wird die Person nicht bewegt, außer es besteht akute Gefahr. Kopf möglichst ruhig halten, mit der Person sprechen und auf den Rettungsdienst warten.
Was viele überrascht
Nicht jeder Bruch tut extrem weh, und nicht jeder ist sofort sichtbar. Gerade bei älteren Menschen nach einem Sturz und bei Kindern kann ein Bruch erstaunlich unauffällig sein – das Kind läuft noch, die Seniorin steht wieder auf. Wenn eine Extremität nach einem Sturz über Stunden nicht normal belastbar ist, gehört sie geröntgt, auch ohne dramatische Symptome.