Der Schock ist einer der wenigen Notfälle, die man in den ersten Minuten leicht übersieht. Die verletzte Person spricht noch, wirkt vielleicht sogar erstaunlich gefasst – und kippt zwanzig Minuten später weg. Wer die Zeichen kennt, sieht es kommen.

Was im Körper passiert

Bei einem Schock reicht der Kreislauf nicht mehr aus, um alle Organe mit Blut zu versorgen. Das kann an starkem Blutverlust liegen, an großflächigen Verbrennungen, an einer schweren allergischen Reaktion oder an einem Herzproblem. Der Körper reagiert überall gleich: Er zieht das Blut aus der Peripherie ab und schickt es zu Herz und Gehirn. Genau daraus entstehen die Zeichen, die man von außen sieht.

Die Zeichen, auf die es ankommt

Der Durst ist eine Falle

Menschen im Schock haben oft starken Durst und bitten um Wasser. Trotzdem: nichts zu trinken geben. Falls im Krankenhaus schnell operiert werden muss, ist ein voller Magen ein echtes Risiko – und bei eingeschränktem Bewusstsein droht Verschlucken.

Was zu tun ist

1
112 rufen. Ein Schock ist immer ein Fall für den Rettungsdienst.
2
Die Ursache angehen, soweit möglich – eine starke Blutung abdrücken zum Beispiel.
3
Flach hinlegen, Beine etwa 20 bis 30 Zentimeter hoch. Das ist die Schocklage.
4
Warm halten – Decke oder Jacke unterlegen und zudecken. Der Boden zieht mehr Wärme als die Luft.
5
Dabeibleiben und reden. Ruhig sprechen hilft messbar mehr, als die meisten glauben.
Wann die Schocklage nicht angewendet wird

Bei Verdacht auf Kopf-, Wirbelsäulen- oder Beckenverletzung, bei Atemnot und bei Verletzungen des Brustkorbs wird nicht hochgelagert. Im Zweifel flach liegen lassen und auf die Atmung achten.

Wenn das Bewusstsein weggeht

Wird die Person bewusstlos, atmet aber normal, kommt sie in die stabile Seitenlage. Setzt die normale Atmung aus, beginnt sofort die Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Warum das im Kurs so viel Raum bekommt

Der Schock ist deshalb so tückisch, weil er in der Anfangsphase harmlos aussieht. Nach einem Sturz oder einem Unfall lohnt es sich, die Person noch ein paar Minuten im Blick zu behalten, auch wenn sie sagt, es gehe schon wieder. Die Kombination aus blass, kalt-schweißig und unruhig ist das Signal, bei dem man den Rettungsdienst ruft – und nicht wartet, ob es sich von selbst gibt.