Eine aufgeschürfte Hand, ein Schnitt beim Kochen, ein Kratzer im Garten: Die allermeisten kleinen Wunden heilen ohne jedes Zutun. Man muss nur wissen, woran man die wenigen erkennt, bei denen das nicht so ist.

Die fünf klassischen Entzündungszeichen

Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerz und eingeschränkte Funktion – daran erkennt man eine Entzündung seit der Antike. Für den Alltag übersetzt heißt das:

Der rote Streifen – sofort zum Arzt

Ein roter Strich, der von der Wunde in Richtung Körpermitte zieht, dazu Fieber, Schüttelfrost oder geschwollene Lymphknoten: Das gehört noch am selben Tag ärztlich behandelt. Umgangssprachlich heißt das „Blutvergiftung"; medizinisch ist es meist eine Entzündung der Lymphbahnen, die man ernst nehmen muss.

Wunden mit erhöhtem Risiko

Was die Heilung stört

Hier hält sich hartnäckig altes Wissen. Puder, Mehl, Öl oder Salben auf einer frischen Wunde behindern die Beurteilung und können Keime einschließen. Häufiges Desinfizieren über Tage reizt das neue Gewebe eher, als dass es hilft. Und ein Pflaster, das rund um die Uhr klebt, weicht den Wundrand auf – kleine, saubere Wunden dürfen zwischendurch an die Luft.

Der Klassiker unter den Ratschlägen

Zu Verbrennungen höre ich im Kurs regelmäßig den Rat, Brandblasen mit einer heißen Nadel aufzustechen. Das gehört in dieselbe Kategorie wie Mehl auf die Wunde: Es öffnet eine geschlossene, sterile Barriere und schafft genau die Eintrittspforte für Keime, um die es in diesem Artikel geht.

Wann der Tetanusschutz zählt

Bei jeder tieferen oder verschmutzten Wunde stellt sich die Frage nach der Tetanusimpfung. Liegt die letzte Auffrischung mehr als zehn Jahre zurück – bei schmutzigen Wunden mehr als fünf –, gehört das geprüft. Der Impfausweis beantwortet diese Frage in zehn Sekunden.